Bereinigungsrechner
Auch eine geprüfte Aktie lässt einen kleinen unreinen Rest übrig. Trag zwei Zahlen ein und sieh, welchen Betrag du weitergibst.
Was du im Jahr bekommen hast
Wähl den Weg, für den du die Zahlen hast.
Was dir dein Fonds oder deine Aktie im Jahr ausgezahlt hat.
Steht beim Anbieter oder in deiner App. Wenn du nichts findest, lass die 5 Prozent stehen.
Rechenweg
300 € × 5 % = 15,00 €
15,00 €
Von 300,00 € gibst du 15,00 € weiter. 285,00 € bleiben bei dir und gehören dir ganz.
Der Betrag geht an Bedürftige, nicht an eine Moschee und nicht für Korankopien. Er zählt weder als Zakat noch als Spende, für die du Lohn erwartest.
So wird gerechnet
Ausschüttung × Satz
oder: Betrag je Anteil × Anteile
Beide Wege führen zum selben Ergebnis, sie unterscheiden sich nur darin, welche Zahl dir vorliegt. Bei einem ausschüttenden Fonds nennt der Anbieter meist einen Prozentsatz. Bei einem Thesaurierer und bei Einzelaktien wird ein Betrag je Anteil ausgewiesen, weil es keine Auszahlung gibt, auf die man rechnen könnte.
Ein Beispiel
300 € Ausschüttung, der Anbieter weist 1,2 Prozent als unrein aus.
- 300 € × 1,2 % = 3,60 €
- 3,60 € gibst du weiter, 296,40 € bleiben bei dir.
Welchen Satz trage ich ein?
Der beste Fall ist die Zahl deines Anbieters. Viele Islamic-Fonds veröffentlichen einmal im Jahr, wie viel von der Ausschüttung unrein war, bei iShares heißt die Tabelle auf der Produktseite Purification Data. Musaffa und Zoya rechnen es für Einzelaktien aus, beide brauchen dafür das Bezahl-Abo.
Findest du nichts, bleib bei den fünf Prozent. Das ist der höchste Anteil, den der AAOIFI-Standard beim Screening überhaupt zulässt, liegt also fast immer über dem echten Wert. Zu viel abzugeben ist der kleinere Fehler.
Welcher Fonds welchen Satz nennt und welcher seit 2026 selbst im Fonds reinigt, steht in Aktienbereinigung.
Wohin der Betrag geht
An Bedürftige, direkt oder über eine Hilfsorganisation. Viele Gelehrte schließen ehrenhafte Zwecke aus, also den Bau einer Moschee und Korankopien, weil unreines Geld dafür nicht verwendet werden soll. Verbrauchsgüter für Arme, etwa Essen und Trinken, gehen dagegen.
Und du selbst sollst nichts davon haben, auch keinen Steuervorteil über eine Spendenquittung. Es ist keine Spende, für die du Lohn erwartest, sondern die Rückgabe eines Anteils, der dir nie zustand.
Warum überhaupt etwas übrig bleibt
Die Prüfung, die einen Fonds oder eine Aktie freigibt, sortiert Firmen aus, die hauptsächlich mit Verbotenem Geld verdienen. Sie verlangt nicht, dass eine Firma zu hundert Prozent sauber ist, denn das gibt es in der Praxis nicht: Fast jede Firma hat Geld auf einem verzinsten Konto liegen oder einen kleinen Nebenumsatz, der nicht in Ordnung ist. Der AAOIFI-Standard lässt dafür bis zu fünf Prozent der Einnahmen zu.
Diese fünf Prozent sind eine Toleranz beim Kauf, kein Freibrief beim Behalten. Derselbe Standard sagt: Du darfst die Aktie kaufen, und du gibst den unreinen Anteil deiner Erträge trotzdem weiter. Genau dafür ist dieser Rechner da.
Was nicht bereinigt wird
Kursgewinne. Wenn du Anteile für 1.000 Euro gekauft und für 1.300 verkauft hast, sind die 300 Euro dein Gewinn aus dem Verkauf. Bereinigt wird nur der Ertragsanteil, der aus Zinsen oder Nebengeschäften stammt. Bei Gold, Silber und Sukuk stellt sich die Frage in der Regel gar nicht, dort gibt es keine Firmengewinne.
Wann du es machst
Einmal im Jahr reicht. Der praktischste Termin ist der Tag, an dem du ohnehin deine Zakat ausrechnest. Dann liegen die Zahlen schon auf dem Tisch, und du vergisst es nicht. Gebraucht wird in beiden Fällen dasselbe: der Depotauszug und die Jahressteuerbescheinigung deines Brokers.
Wer in den vergangenen Jahren nie bereinigt hat, holt es grob nach. Nimm die Ausschüttungen aus den alten Jahressteuerbescheinigungen, rechne mit fünf Prozent und gib den Betrag weg. Eine Schätzung ist besser als gar nichts, und niemand verlangt Buchhaltung über zehn Jahre.
Häufige Fragen zur Bereinigung
Was ist die Aktienbereinigung?
Auch geprüfte Firmen haben kleine Erträge aus Zinsen oder aus Nebengeschäften, die nicht erlaubt sind. Der darauf entfallende Anteil deiner Erträge wird ausgerechnet und weitergegeben, ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. Auf Arabisch heißt das Tathir, auf Englisch Purification.
Wie viel Prozent muss ich bereinigen?
Das hängt vom Fonds oder von der Aktie ab. Viele Anbieter veröffentlichen einmal im Jahr einen Satz, oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich der Ausschüttung. Fehlt die Angabe, wird verbreitet der maximal zulässige Anteil aus dem Screening angesetzt, also fünf Prozent.
Muss ich bei einem thesaurierenden ETF auch bereinigen?
Nach verbreiteter Auffassung ja. Es gibt zwar keine Auszahlung, der Ertrag steckt aber im Kurs. Üblich ist, den vom Anbieter ausgewiesenen Betrag je Anteil mit der Zahl deiner Anteile zu multiplizieren. Dafür ist im Rechner der zweite Weg gedacht.
Muss ich Kursgewinne bereinigen?
Nach dem AAOIFI-Standard nicht. Bereinigt wird der Anteil der Erträge, der aus unerlaubten Quellen stammt, etwa Zinsen. Der Gewinn aus dem Verkauf deiner Anteile ist davon nicht betroffen.
Zählt die Bereinigung als Zakat?
Nein. Zakat ist eine eigene Pflicht und wird getrennt gerechnet. Bei der Bereinigung gibst du etwas zurück, das dir nie zustand, und erwartest dafür nichts. Beides fällt oft am selben Tag an, weil man dann ohnehin die Zahlen vor sich hat.
Wohin geht der Betrag?
An Bedürftige, direkt oder über eine Hilfsorganisation. Viele Gelehrte schließen ehrenhafte Zwecke aus, also Moscheebau und Korankopien. Auch eine Spendenquittung, mit der du Steuern sparst, wäre wieder ein Vorteil für dich.
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Weitere Rechner
- Zakat-Rechner – wie viel Zakat auf dein Vermögen fällt.
- Renditerechner – wie dein Vermögen mit geprüften Anlagen wachsen kann.
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Dieser Rechner dient der Orientierung und ist keine Anlageberatung. Vergangene Kurse sagen nichts über die Zukunft.